Insektenwiesen in Orschel

Insektenwiesen in Orschel

Inhalt

Insektenwiesen im urbanen Raum und innerstädtische Kleinbiotope wirken sich durch ihre kühlende und ausgleichende Wirkung positiv auf das Stadtklima aus. Gleichzeitig stellen sie wichtige Lebensräume für eine überraschend große und teilweise sehr seltene Artenvielfalt dar – ja, selbst in unserem beschaubaren Oberursel (nachzulesen z. B. in unseren „Erfolgsstorys“).

Daher möchte unser Projekt-Team „Insektenwiesen in Orschel“ möglichst viele, ungenutzte städtische oder private Brachflächen in Oberursel zu wertvollen Biotopen oder Mikrohabitaten für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten umwandeln.

Dafür arbeiten wir eng mit der BSO, der Stadt und interessierten und engagierten Oberurseler Bürgerinnen und Bürgern zusammen. So soll dieses Anliegen nachhaltig im Stadtleben verankert sein.

Gleichzeitig sind wir auf der Suche nach engagierten „Insektenwiesen-Paten“, die sich für diese entstandenen Flächen verantwortlich fühlen und sie pflegen. Hierzu beraten wir Privatpersonen, bei Interesse auch öffentliche Einrichtungen oder Firmen.

Bei einer hoffentlich bald anstehenden nachhaltigen Entsiegelung des Innenstadtbereiches möchten wir mit wertvollen Impulsen dafür sorgen, dass die geplanten Begrünungsmaßnahmen nicht nur praktischen und ästhetischen Ansprüchen gerecht werden, sondern auch ökologischen.

Wir haben zwei unserer Gestaltungsaktionen (am Bahnhof und VzF Hort Mitte) im Frühjahr dokumentiert. Die PDF mit Bildern könnt Ihr hier herunterladen: Download PDF

Du möchtest mehr über unsere Arbeit erfahren? Mitmachen oder Blühpate werden? Dann melde Dich bei insekten@l-o-k.de. Wir freuen uns auf Dich!

Insektenwiesen Erfolgsstorys

Insektenwiesen Erfolgsstorys

Nach knapp 40 Arbeitsstunden war es geschafft!

Zwei für die Biodiversität in Oberursel äußerst interessante und wichtige Flächen wurden mit viel Wissen und Fingerspitzengefühl von Klaus Dühr, Mitglied der Insektenwiesen-Gruppe der Lokalen Oberurseler Klimainitiative (LOK), nach Rücksprache mit der BSO gesäubert und so gepflegt, dass ihr natürlicher Charakter erhalten blieb.

Nun bieten diese Flächen einer Vielzahl an Wildbienen und anderen wichtigen Insekten wieder eine gute und nachhaltige Lebens-, Nahrungs- und Brutstätte!

Pocket-Park am Bahnhof

Die erste Fläche ist eine alpine Fels-Landschaft am Bahnhof. Diese wurde 2011 für den Hessentag angelegt. Damit ist sie eine rundum künstlich/menschen-geschaffene Fläche. Für eine Vielzahl an Insekten wurde sie seitdem aber zu einer lebenswichtigen Grünzone. Bisher festgestellte Arten können hier eingesehen werden Naturgucker

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Bild 1 und 2 (© Klaus Dühr): alpine Felslandschaft am Bahnhof

Im Laufe des vergangenen Jahrzehnts hatten sich auf dieser Fläche etliche Birken selbst gepflanzt (siehe Bild 1). Ihr Laubfall düngt den Untergrund. Dieses klingt zunächst positiv. Allerdings bedeutet dieses mit der Zeit das Aus für die hier ursprünglich angelegte alpine Vegetation. Diese ist nämlich auf einem mageren, nährstoffarmen Untergrund angewiesen. Daher wurden bei der Säuberungsaktion die meisten Birken entfernt. Nur vier Birken blieben aus einem besonderen Grund erhalten, der später verraten wird. Außerdem wurde eine Vielzahl invasiver Pflanzen, die sich hier selbst angesiedelt hatten und sich zu dominant gegenüber wertvollen Wildpflanzen verhalten, herausgenommen.

Heide-Feldwespe

Bei der Säuberung haben wir hier drei Nester der Heide-Feldwespe entdeckt (Bild 2). Das ist eine kleine Sensation! Denn diese harmlose, wärmeliebende Art ist in Hessen relativ selten und wird im Innerstadtbereich normalerweise vergeblich gesucht. Ausnahmen bilden lediglich künstlich angelegte Lebensräume wie an unserem Bahnhof in Oberursel. Wildnis mittendrin!

Die Heide-Feldwespe ist auch der Grund, weshalb die vier Birken auf dieser Fläche erhalten blieben. Sie bieten der Heide-Feldwespe ausschließlich wertvolle Nisthabitate.

Bild 2 (© Klaus Dühr): Nest der Heide-Feldwespe

Blauflügelige Ödlandschrecke

Auch die Blauflügelige Ödlandschrecke wurde gesichtet (Bild 3). Sie ist eine wärmeliebende Heuschrecke, die sich in den letzten Jahren im Vordertaunus auf Magerflächen etabliert hat. Der Klimawandel hat ihre Verbreitung nach Norden ermöglicht. So besiedelt sie auch warme Magerhabitate im Siedlungsbereich. Ihr Aussehen kann sehr variabel sein, weil vor allem die Weibchen sich die Farbe ihrer Umgebung zulegen. Das dient ihrem Schutz vor Fressfeinden.

Bild 3 (© Klaus Dühr): Blauflügelige Ödlandschrecken gehen liebevoll miteinander um

Heidefläche auf der Stierstädter Heide

Die zweite Fläche ist eine alte, natürlich gewachsene Heidelandschaft, welche zweigeteilt ist. Der kleinere Teil gehört zum Stadtgebiet, der andere, größere Teil zum FFH-Gebiet „Oberurseler Stadtwald und Stierstädter Heide“. Wir pflegen nur die Fläche des Stadtgebietes. Die Pflege des Schutzgebietes obliegt der Oberen Naturschutzbehörde und wird durch die Ortsgruppe Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Ortsgruppe Oberursel, durchgeführt. Sie ist ein Tummelplatz für seltene Insektenarten.

Stierstädter Heide

Bild 5 (© Klaus Dühr): Städtische Fläche der Stierstädter Heide

Aus der Heidefläche wurden alle Pflanzen entfernt, die das natürliche Wachstum der Besenheide behindern oder verhindern. Hierzu gehört vor allem die Brombeere und alle Baumarten. Junge Baumtriebe wurden, wenn möglich, mit Wurzel entfernt. Auch eine größere Roteiche musste weichen, um eine weitere Vermehrung dieser Art auf der Heide zu verhindern.

Zweifarbige Beißschrecke

Auch hier wurden u.a. sehr seltenen Arten gesichtet und zwar ein Pärchen der Zweifarbigen Beißschrecke (Bild 6) in 2021 und der kleine Heidegrashüpfer. Mehr Arten unter Naturgucker

Zweifarbige Beissschrecke

Unsere aktuellen Projekte:

  • Identifikation & Kartierung interessanter Flächen für zukünftige Insektenwiesen und die Suche nach langfristigen Paten dafür
  • Koordination für eine synergetische Zusammenarbeit aller beteiligten Stakeholder (BSO, Kommune, Politik, Bürger)
  • Entwicklung zielgerichteter Projekte für Schulen & Kitas

Wer unser Team gerne unterstützen möchte, kann sich über insekten@l-o-k.de bei uns melden. Wir freuen uns auf Dich!

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