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Mit kühlem Kopf durch heiße Zeiten

Mit kühlem Kopf durch heiße Zeiten

Wie wir unsere Gärten an den Klimawandel anpassen

Bunte Beete, schattige Bäume und summende Insekten: Für viele Menschen in Oberursel ist der eigene Garten ein Ort der Erholung und des Ausgleichs. Doch die extremen Wetterbedingungen der letzten Jahre – geprägt von langen Trockenphasen, rekordverdächtigen Temperaturen und sinkenden Grundwasserspiegeln – stellen Gärtnerinnen und Gärtner vor immer größere Herausforderungen. Wie lassen sich Pflanzen, Gemüse und Bäume gesund halten, ohne wertvolles Trinkwasser zu verschwenden? Und wie kann jeder Einzelne einen wirksamen Beitrag leisten, um Gärten und Städte klimafest zu gestalten?

Antworten auf diese drängenden Fragen lieferte die Veranstaltung „Mit kühlem Kopf durch heiße Zeiten – So bleiben Gärten und Städte grün“, die am 3. September 2026 um 19:00 Uhr im voll besetzten Kulturcafé Windrose stattfand. Es gab praxisnahe Tipps und konkrete Handlungsempfehlungen für einen zukunftsfähigen und wassersparenden Garten mit insektenfreundlichen Pflanzen.

Begrüßt und auf den Abend eingestimmt wurden die Besucherinnen und Besucher im Kulturcafé von Christine Greve. Sie machte noch einmal deutlich, dass es sich bei dem zurückliegenden heißen und trockenen Sommer zukünftig um den Normalzustand handeln wird. Deshalb sei es nötig, alles Mögliche gegen den Klimawandel zu tun, aber eben auch durch Klimaanpassung zu reagieren.

Drei Vorträge, ein Ziel: Klimafeste Gärten für Oberursel

Teil 1: Den Garten hitzefest machen – Beitrag von Martin Böttner

Den Auftakt machte Martin Böttner mit der zentralen Fragestellung: „Wie überstehen Pflanzen, Trockenphasen – und das ohne Trinkwasser zu verschwenden?“

1. Den Boden verstehen und optimieren

  • Bodenanalyse per Fingerprobe: Mit einer einfachen Fingerprobe lässt sich ermitteln, ob ein sandiger, lehmiger oder toniger Boden vorliegt. Und das ist die Basis für weitere Maßnahmen zur Wasserretention.

  • Wasserspeichervermögen verbessern: Durch die gezielte Zugabe von Kompost oder auch Schafswolle wird die Wasserspeicherkapazität des Bodens erhöht (und gleichzeitig die Nährstoffversorgung verbessert).

  • Mulchen gegen Verdunstung: Eine Schicht aus Rasenschnitt, Laub oder Rinde schützt die Erde vor direkter Sonneneinstrahlung und reduziert die Verdunstung um bis zu 70 %. Gleichzeitig hemmt Mulch das Unkrautwachstum und regt das aktive Bodenleben an.

  • Schonende Bodenbearbeitung: Nach dem Motto „Weniger ist mehr“ sorgt eine lockere, aber flache Bodenbearbeitung dafür, dass Regenwasser optimal eindringen kann, ohne direkt wieder an die Oberfläche aufzusteigen.

2. Effizientes Gießen: Die Kunst des richtigen Wässerns

  • Der optimale Zeitpunkt: Früh morgens, da hier der Boden noch kühl ist und am wenigsten Wasser direkt wieder verdunstet. Außerdem kann Feuchtigkeit auf den Blättern schnell wieder abtrocknen, Pilzwachstum wird verhindert. 
  • Die Technik: Durch Gießringe oder sog. Ollas das Wasser direkt an die Pflanzenwurzeln bringen. Tiefgründig und seltener wässern. Lieber einmal pro Woche durchdringend durchfeuchten, als den Boden täglich nur oberflächlich zu benetzen.
  • Die Wasserquelle: Regenwasser ist stets die erste Wahl. Ergänzend kann Haushaltswasser vom Gemüsewaschen oder salzfreies Kochwasser sinnvoll recycelt werden.
    PflanzTipp: Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt auf trockenheitsverträgliche Arten. Mediterrane Gewürze wie Lavendel, Thymian oder Rosmarin trotzen der Hitze gut. Aber auch viele heimische Stauden sind gut für trockene Standorte geeignet.

Martin Böttner

Teil 2: Insektenfreundlich pflanzen – Eva Keller

Für die Insektengruppe der LOK informierte Eva Keller, wie wir Gärtner auch in Zeiten der Dürre einen Lebensraum für gefährdete heimische Insekten anlegen können:

  1. Warum heimische Pflanzen für Insekten?
  • Als komplexes Ökosystem haben sich heimische Blühpflanzen und Insekten über Jahrtausende gemeinsam entwickelt.
  • Für die etwa 600 heimischen Wildbienen z.B. gibt es zwingende Abhängigkeiten von bestimmten Pflanzen wie heimische Glockenblumen.
  • Im Garten können wir auch mit wenig Raum ein Sortiment solcher Pflanzen anbieten, die von Frühjahr bis Herbst gefährdeten Insekten ein Überleben ermöglichen.
  • Dank einer neuen Webseite ist das einfacher als je zuvor:
    Insektenfreundliche Pflanzen für jeden Standort mit Naturadb.de

2. Die kostenlose Website Naturadb.de ist ein heißer Tipp für alle, die nach einheimischen insektenfreundlichen Pflanzen für jeden Standort suchen.

  • In der Suchmaske den Standort – von sonnig bis feucht – eingeben
  • Die Suchresultate führen zu informativen Pflanzenportraits, die den Wert für Wildbienen, Schmetterlinge und Vögel auflisten und gärtnerische Tipps zur Anpflanzung und Pflege geben.
  • Sogar eine Bestellung ist möglich, denn diese Pflanzen sind im normalen Handel nicht erhältlich
  • Wer tiefer einsteigen will, findet zahlreiche Themenseiten wie Raupenfutterpflanzen, Magerbeet, Totholzhecken, Sumpfkübel.

3. Warum Blüten von März bis November

  • Die 600 Wildbienenarten Deutschlands fliegen jeweils nur für etwa 2 Monate; der Rest wird als Larve verbracht.
  • So fliegt eine Frühlingspelzbiene bereits ab März, wohingegen eine Efeu-Seidenbiene erst im August schlüpft.
  • Damit man möglichst vielen Arten helfen kann, bietet man durchgängig Blüten an.
  • Aufgrund der verschiedenen Größe der Wildbienen (3-28mm) und der verschieden ausgeformten Mundwerkzeuge bitte verschiedenen Blütenformen anbieten.
  • Eine Margerite bedient andere Insekten als eine tiefschlündige Akelei.

4. Womit beginnen?

  • Diese Wildstauden sollten in einem naturnahen Garten/Beet/Balkon nicht fehlen – mehr dazu auf naturadb.de
  •  Wiesen-Schlüsselblume, Wiesenwitwenblume, Wiesen-Flockenblume, Wilde Möhre, Pfirsichblättrige Glockenblume, Rundblättrige Glockenblume, Färberkamille, Oregano, Blutweiderich, Heilziest, Gewöhnlicher Natternkopf, Gewöhnlicher Hornklee, Skabiosen Flockenblume, Karthäusernelke, Teufelsabbiss, Rainfarn.
  • Viele dieser Pflanzen sind klimaresistent. Auch muss man nicht den ganzen Garten umkrempeln, selbst ein kleines Beet mit hochwertigen Pflanzen leistet einen wertvollen Beitrag.
  • Was gut ist für Wildbienen, nutzt auch den Honigbienen!

 

Eva Keller

Teil 3: Wasser sparen und Regenwasser nutzen – Vortrag von Peter Cornel

Den Abschluss bildete der Vortrag von Peter Cornel, Experte für nachhaltige Wasserbewirtschaftung. Er beleuchtete die ökologische und rechtliche Dimension der Regenwassernutzung.

Rechtlicher Rahmen:

  • In der Hessischen Wasserordnung ist die Versickerung von Regenwasser auf dem eigenen Grundstück grundsätzlich vorgeschrieben – ein Aspekt, der im Alltag oft noch zu wenig Beachtung findet.

Wege der Regenwassernutzung:

  • Zisternen: Speichern das Wasser von Dachflächen für die spätere Gartenbewässerung.
  • Versickerungsflächen: Rasen-, Kies- oder Mulchflächen lassen Niederschlag langsam in tiefere Bodenschichten einsickern.
  • Tiefenversickerung: Sickerschächte entlasten die Kanalisation und füllen gezielt das Grundwasser auf.
  • Jeder Tropfen, der nicht in den Kanälen landet, sondern im Boden versickert, kommt unseren Pflanzen und dem Grundwasserspiegel zu Gute.
Peter Cornel

Fazit: Jeder kann einen Beitrag leisten!
Die Veranstaltung hat eindrücklich gezeigt, dass ein klimafester Garten gar nicht so schwierig ist. Mit einfachen Mitteln – wie einer optimierten Bodenpflege, der bewussten Auswahl trockenheitsresistenter Pflanzen und einer klugen Regenwasserbewirtschaftung – hat es jede und jeder Einzelne in der Hand, aktiv zum Wassersparenden Gärtnern, zur Förderung der Biodiversität und zu einer grüneren Stadt beizutragen.

LOK-Stammtisch am 13.08.2026

Klimaschutz zum Mitgestalten: LOK lädt ins Kulturcafé Windrose ein.

Die Lokale Oberurseler Klimainitiative (LOK e.V.) lädt zum 2. Mal am 13. August 2026 um 19 Uhr zu ihrem öffentlichen Stammtisch ins Kulturcafé Windrose in der Strackgasse 6 ein. Eingeladen sind alle Menschen, die sich für Klimaschutz und Klimaanpassung in Oberursel interessieren – ganz gleich, ob sie bereits aktiv sind, neugierig auf die Arbeit der LOK oder einfach Lust auf einen interessanten Abend haben. Der Abend bietet die Gelegenheit, die LOK persönlich kennenzulernen, sich über aktuelle klimapolitische Entwicklungen in der Stadt auszutauschen und mit engagierten Menschen ins Gespräch zu kommen.

Auch dieses Mal wird eine neue Idee vorgestellt: Eine Projektgruppe “Klima Zweirad” soll etabliert werden – zur Mitarbeit werden aktive Mitstreiter insbesondere Schüler und Eltern gesucht. Zwei Projekt-Ideen werden erläutert: 1. Projekt: sichere Verbindung Adenauerallee/Innenstadt zum Radweg-Beginn an der U Bahn Station Bommersheim als Alternative zur Nutzung der Frankfurter Landstrasse und 2. Projekt “Grüner Schulweg IGS”.

Der Stammtisch ist offen für alle – einfach vorbeikommen, dazusetzen, mitreden und Teil eines lebendigen lokalen Klimanetzwerkes werden.

Bei Rückfragen steht die LOK per E‑Mail zur Verfügung: info@l-o-k.de

ZERO WASTE ART CONTEST 2026

Jetzt noch bis zum 14.08.26 anmelden! - Zero Waste Art Contest 2026

Auch 2026 verleiht die Lokale Oberurseler Klimainitiative (LOK e.V.) wieder den Zero Waste Art Award. Der Wettbewerb lädt kreative Menschen jeden Alters ein, sich künstlerisch mit der wachsenden Müllproblematik auf unserem Planeten auseinanderzusetzen.

„Wir wollen zeigen, dass Klimaschutz auch Freude und Fantasie freisetzen kann.“ sagt Christine Greve, Initiatorin des Awards und Vorstandsmitglied der LOK. „Genau das begeistert uns jedes Jahr bei den Einreichungen zu diesem Wettbewerb.“

Ob Schulklassen, Kunstkurse, AGs, Familien, Privatpersonen oder Kunstschaffende – alle können mitmachen. Die Aufgabe: Aus Alltagsmüll oder gesammelten Abfällen Kunstwerke gestalten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, wichtig ist nur, dass möglichst keine neuwertigen Materialien verwendet werden. Vorgaben: max. 20 kg Gewicht und 2 m (längste Seite).

Wichtige Termine:

  • Anmeldung bis 14. August 2026 unter: zwaa@l-o-k.de
  • Abgabe der Kunstwerke bis 27. August 2026
  • Preisverleihung am 29. August 2026
  • Ausstellung im Rathausfoyer bis 09. September 2026

Der Zero Waste Art Contest findet in diesem Jahr bereits zum dritten Mal statt. Im vergangenen Jahr gewann die Albrecht-Strohschein-Schule, eine Förderschule, den ersten Preis.

Der Wettbewerb bietet eine inspirierende Möglichkeit, Nachhaltigkeit kreativ zu erleben – wir freuen uns auf viele spannende Beiträge!

„Tiere pflanzen“

Fernsehbeitrag "Tiere pflanzen" in "Die Ratgeber"

Ein Fernsehteam hat sich vergangene Woche gemeinsam mit Klaus Dühr (LOK-Insektengruppe) auf die Suche nach seltenen Insekten gemacht. Auf zwei Flächen am Oberurseler Bahnhof ging es darum, wie die Auswahl der richtigen Pflanzen zur Ansiedlung geschützter und seltener Insektenarten führen kann. Ob sie fündig geworden sind, welche Pflanzen besonders wertvoll für unsere heimischen Insekten sind und wie man die Tiere unterstützen kann, das ist in den nächsten Tagen in der Sendung „Die Ratgeber“ zu sehen.

Sendedatum: Freitag, 03.07.26 – 18:45 Uhr
Die Ratgeber im hr-fernsehen

Jetzt auch hier in der ARD-Mediathek

Zottiger Bienenkäfer (Trichodes alvearius)

Stadtspaziergang zu den Klimapunkten

Klima-Spaziergang der LOK

Oberursel, 07.06.2026. Wie wird eine Stadt klimaneutral? Wo lauern im urbanen Raum Hitzeinseln und wo gibt es bereits clevere Lösungen? Um diese Fragen drehte sich ein ebenso informativer wie geselliger Stadtspaziergang im Rahmen der Taunus Klimatage, zu dem die Lokale Oberurseler Klimainitiative (LOK) e. V. eingeladen hatte. Dass das Thema den Nerv der Zeit trifft, zeigte sich schon am Startpunkt: 23 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich im OrschelGarten zusammengefunden.

Angeführt wurde die Gruppe von Werner Vogt, der die Runde begrüßte und kurz die Ziele der LOK vorstellte. „Oberursel hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt!“, erklärte er. „Klimaneutralität bis zum Jahr 2045″. Doch wie genau soll das gelingen, und wer behält dabei den Überblick? Judith Kreutzer, Klimaschutzmanagerin der Stadt Oberursel, lieferte hierzu einen praktischen Tipp: Auf der städtischen Website finden sich unter „Klimajahresbericht“ bereits konkrete Daten und Fakten zum aktuellen Stand des Klimaschutzes in Oberursel. Doch auch diese zeigen: bis dahin müssen noch viele Schritte gegangen werden.

Lichtblicke, Parkplatz-Frust und eine grüne Oase

Ein echter Erfolg auf dem Weg zur Klimaneutralität ist bereits sichtbar – oder vielmehr unsichtbar: Die Stadtbeleuchtung wurde nahezu komplett auf moderne LED-Technik umgestellt, was den Verbrauch um fast 75 Prozent reduziert hat.

Weniger leuchtend fiel der Blick auf die Oberflächengestaltung der Innenstadt aus. Das Thema Entsiegelung stand angesichts zunehmender Starkregenereignisse ganz oben auf der Agenda. Kritik gab es in diesem Zuge unter anderem am Berlebachplatz: Warum wird ein potenziell so schöner, zentraler Ort für gerade einmal 20 Parkplätze „geopfert“, wo sich doch ein Parkhaus in direkter Nachbarschaft befindet?

Weiter ging es am St. Barbara-Brunnen vorbei zu einem Highlight privater Stadtökologie: „Ich nenne es eine ökologische Multifunktionswand.“, sagte Werner Vogt über eine mit wildem Wein und Efeu begrünte Hausfassade. Diese sorgt nicht nur für spürbare Abkühlung und filtert die Luft, sondern dient auch als wertvoller Lebensraum für Insekten und den Haussperling.

Bürgerengagement contra Bürokratie

Wie viel Herzblut – und Geduld – in privaten Klimaprojekten stecken kann, berichtete Thomas Studanski beim Stopp am Oberurseler Brauhaus. Er schaffte es, eine Photovoltaikanlage auf dem Brauhausdach zu realisieren, wofür zeitweise sogar der direkte Kontakt zum ehemaligen hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir nötig war. Die Anlage liefert nun rund 20 Megawattstunden (MWh) Solarstrom pro Jahr. Ein toller Erfolg, auch wenn der Verbrauch des Brauhauses immer noch zehnmal so hoch ist.

Wärmepumpe im Altbau

Einen weiteren Klimapunkt ließ sich die Gruppe vor dem Haus von Claudia und Christoph Fedler zeigen. Die beiden haben in ihrem Altbau eine Wärmepumpe installiert. Ohne zusätzliche Dämmung, ohne Fußbodenheizung und sie sind sehr zufrieden damit. Einen Teil der nötigen Energie für die Wärmepumpe liefert die Photovoltaikanlage auf dem Dach. Und scheint die Sonne mal nicht, kommen bis zu 15 kWh Strom aus der Batterie im Keller.

Kleine Entdeckungen

Dass Klimaschutz und Natur nah beieinanderliegen, bewies Insektenexperte Klaus Dühr. Am Wegesrand entdeckte er unter anderem einen Zottigen Bienenkäfer und begeisterte die Gruppe mit spontanen Einblicken in die lokale Biodiversität. Kein Wunder also, dass die Uhrzeit schnell in den Hintergrund rückte: Geplant war der Weg für rund eine Stunde, am Ende war die Gruppe weit mehr als zwei Stunden lang unterwegs.

Neuer Klimapunkt – Stadtbäume

Die letzte Station führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Liebfrauenkirche, wo ein von der LOK-Stadtbäumegruppe gepflanzter Baum – eine Blutbuche – als neuer Klimapunkt ausgezeichnet wurde. Von dort aus ging es zurück zum Ausgangspunkt im OrschelGarten. Bei selbstgebackenem Kuchen, frischem Brot und Spundekäs ließen die Teilnehmer den Nachmittag ausklingen – und die Diskussionen über Oberursels grüne Zukunft gingen noch lange weiter.

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Volles Haus und frische Ideen

Rückblick auf den LOK-Stammtisch

Der jüngste LOK-Stammtisch am 28. Mai 2026 hat einmal mehr bewiesen, wie viel kreatives und tatkräftiges Potenzial in Oberursel steckt. Insgesamt 22 engagierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zusammen, um sich auszutauschen, bestehende Netzwerke zu pflegen und den Startschuss für zwei brandneue Projektideen zu geben.

Die Resonanz am Abend war durchweg positiv: Die vorgestellten Projektideen trafen genau den Nerv der Zeit und spiegeln den Kern der LOK wider – nachhaltiges Handeln, Gemeinschaft und konkrete Verbesserungen direkt vor unserer Haustür. 

Projekt 1: Textil-Retter: Fadenstark gegen Fast Fashion

Den Auftakt machte Eleonor Pospiech mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für einen bewussteren Umgang mit unserer Kleidung. Sie möchte eine Initiative ins Leben rufen, die sich der Reparatur, Aufwertung und Wiederverwertung von Textilien widmet.

Das Bewusstsein für die Schattenseiten der modernen Modeindustrie zu schärfen, steht dabei im Vordergrund. Während T-Shirts, Kleider und Hosen bei uns im Wochenrhythmus als neue Kollektionen zu Spottpreisen über die Ladentheke gehen und ebenso schnell in überfüllten Altkleidercontainern landen, zahlen die Menschen in den Produktionsländern und vor allem unsere Umwelt den wahren, bitteren Preis dafür.

Dem setzt das Projekt Handarbeit, Wertschätzung und Gemeinschaft entgegen. In gemeinsamen Treffen sollen alte, fast vergessene Kulturtechniken wie das Stopfen, Flicken oder Knöpfeannähen wieder erlernt und weitergegeben werden. Statt wegzuschmeißen, wird repariert oder im Sinne des Upcyclings aus alten Stoffen etwas völlig Neues kreiert. Damit heben wir nicht nur die Wertschätzung für jedes einzelne Kleidungsstück, sondern setzen ein klares Zeichen gegen die Wegwerfkultur.

Projekt 2: „Die Saubermacher – Heldenhafte Müllspaziergänge für Oberursel“

Das zweite Projekt des Abends wurde von Matthias Muscheid vorgestellt. Er lebt gerne in Oberursel und schätzt die Lebensqualität unserer schönen Stadt – ärgert sich jedoch, wie viele andere auch, über den zunehmenden Müll auf Plätzen, Wegen und Straßen. Seine kreative Lösung: „Müllspaziergänge für Oberursel“.

Die Idee verbindet das Nützliche mit einer großen Portion Spaß und Gemeinschaft: In regelmäßigen Abständen treffen sich Interessierte – gerne auch verkleidet als Superheldinnen und Superhelden – zu einem gemeinsamen Spaziergang durch die Stadt. Ausgestattet mit Müllzangen und Behältern wird unterwegs alles eingesammelt, was nicht in die Natur gehört.

Dieses Konzept vereint gleich mehrere wertvolle Aspekte:

  • Gemeinschaft & Bewegung: Man bewegt sich an der frischen Luft und kommt ungezwungen mit Mitbürgerinnen und Mitbürgern ins Gespräch.

  • Direkte Wirkung: Oberursel wird mit jedem Spaziergang ein Stück sauberer, schöner und lebenswerter.

  • Edukativer Effekt: Durch den spielerischen Charakter eignet sich die Aktion perfekt für Familien. Kinder lernen so ganz nebenbei, dass Abfall der Umwelt schadet und nicht auf die Straße gehört.

Mitmachen erwünscht: Werde Teil der neuen Projekte!

Sowohl die „Textil-Retter“ als auch die „Saubermacher“ stehen in den Startlöchern und suchen ab sofort Menschen, die sich engagieren möchten. 

Du hast Interesse, dich bei einem der Projekte einzubringen? Dann melde dich einfach bei uns unter info@l-o-k.org. Wir freuen uns auf deine Ideen und dein Engagement für ein nachhaltiges Oberursel!

ZERO WASTE ART CONTEST 2026

Jetzt anmelden! - Zero Waste Art Contest 2026

Auch 2026 verleiht die Lokale Oberurseler Klimainitiative (LOK e.V.) wieder den Zero Waste Art Award. Der Wettbewerb lädt kreative Menschen jeden Alters ein, sich künstlerisch mit der wachsenden Müllproblematik auf unserem Planeten auseinanderzusetzen.

Ob Schulklassen, Kunstkurse, AGs, Familien, Privatpersonen oder Kunstschaffende – alle können mitmachen. Die Aufgabe: Aus Alltagsmüll oder gesammelten Abfällen Kunstwerke gestalten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, wichtig ist nur, dass möglichst keine neuwertigen Materialien verwendet werden. Vorgaben: max. 20 kg Gewicht und 2 m (längste Seite).

Wichtige Termine:

  • Anmeldung bis 14. August 2026 unter: zwaa@l-o-k.de
  • Abgabe der Kunstwerke bis 27. August 2026
  • Preisverleihung am 29. August 2026
  • Ausstellung im Rathausfoyer bis 09. September 2026

Der Zero Waste Art Contest findet in diesem Jahr bereits zum dritten Mal statt. Im vergangenen Jahr gewann die Albrecht-Strohschein-Schule, eine Förderschule, den ersten Preis.

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