Die Mehrheit der Oberurseler Parteien betrachtet Klimabildung als Gemeinschaftsaufgabe, die über alle Altersgruppen hinweg durch Information und Partizipation gestärkt werden soll. Während SPD, Grüne und ULO/Volt auf eine starke strukturelle Verankerung in Kitas, Schulen und Vereinen sowie auf Landesprogramme setzen, fokussieren CDU und OBG auf freiwillige Bildungsangebote (z. B. Schul-AG‘s, VHS) und motivierende Praxisbeispiele. Die Klimaliste will ebenfalls motivieren und sieht die Notwendigkeit, Desinformation entgegenzuwirken. Die AfD definiert Klimabildung explizit nicht als städtische Aufgabe.
Institutionelle Verankerung und Programme
Es besteht weitgehende Einigkeit bei CDU, Grünen, SPD, ULO/Volt und Klimaliste, dass Bildungseinrichtungen wie Schulen oder auch die Volkshochschule zentrale Orte für die Klimabildung sind. Die SPD möchte zusätzliche Kooperationsstrukturen schaffen und Oberursel spezifisch in das Landesprogramm „Klimabildungslandschaften Hessen“ integrieren, um finanzielle und strukturelle Förderung zu erhalten.
Motivationsansatz und Aufklärung über Desinformation
Interessante Aspekte zeigen sich in der pädagogischen Ausrichtung. OBG, ULO/Volt und Klimaliste betonen einen motivierenden, praxisnahen Ansatz, der ohne „Bevormundung“ auskommt und aktivierend wirkt. Greifbare Beispiele und Kooperationen (z. B. lokale Energieprojekte, Workshops) sollen Akzeptanz schaffen und Freude an der gemeinsamen Gestaltung bereiten. Die Klimaliste sieht zusätzlich ein strukturelles Problem durch frühere „Medienkampagnen der Fossilindustrie“ und will die Bevölkerung aktiv dazu befähigen, diese Einflüsse zu erkennen.
Praxisnähe und Bürgerbeteiligung
Grüne, ULO/Volt und SPD heben die Bedeutung von Beteiligungsformaten wie „Klima-Dialogen“ oder Kooperationen mit Initiativen wie dem „LOK Leihladen“ hervor. Ziel ist es, Klimaschutz im Alltag erlebbar zu machen. ULO/Volt nennt hierfür spezifische Themenworkshops zu Wasser, Abfall und Mobilität.
Wie möchte Ihre Partei Klimabildung fördern und in der Bevölkerung Bewusstsein für Klimaschutzthemen schaffen?
Hierzu bietet sich an, über die VHS entsprechende Kursangebote anzubieten (die ja auch schon z.T. existieren und von der Stadt unterstützt werden), ebenso wie die Gründung entsprechender AGs an weiterführenden Schulen. Dies unterstützen wir.
Wir unterstützen Klimabildung in Schulen, Kitas und außerschulischen Einrichtungen. Nachhaltigkeit, Klimaanpassung und Ressourcenschutz sollen stärker im Alltag von Bildungseinrichtungen verankert werden – auch durch Vorbildfunktion städtischer Einrichtungen. Dabei sind Bürgerbeteiligungen wie z. B. Klima-Dialoge, die unterschiedliche soziale Gruppen einbinden, zentral.
Die SPD Oberursel teilt die Ziele der LOK für konsequenten Klimaschutz. Sie baut auf den bestehenden Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepten der Stadt auf und setzt sich dafür ein, Oberursel in das Programm „Klimabildungslandschaften Hessen“ einzubinden. Sie sind eine zentrale Maßnahme des Klimaplans Hessen im Bereich Bildung und Forschung. Damit fördert das Land Hessen ausgewählte Regionen strukturell und finanziell bei der Verankerung von Umwelt- Kilma- und Nachhaltigkeitsbildung. Die SPD Oberursel setzt sich dafür ein, dieses Programm auch für Oberursel nutzbar zu machen. Unser Ziel ist es, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), Klimaschutz und gesellschaftliches Engagement auf kommunaler Ebene zu stärken. Darüber hinaus werben wir als Teil unser politischen Arbeit schon heute tagtäglich dafür und schärfen das Bewusstsein der Bevölkerung für Klimaschutzthemen. Ein gutes Beispiel ist die Unterstützung des LOK Leihladen, mit dem der bewusste Umgang mit natürlichen Ressourcen aktiv gefördert wird. Darüber hinaus setzen sich Vertreter der SPD Oberursel sowohl in Oberursel als auch auf Kreisebene für die aktive Vermittlung von Wissen in Schule und Kindergärten zum Thema „Klima, Klimaanpassung und Mobilisierung von Finanzmittel zum Klimaschutz“ ein. Dieses Angebot wollen wir ab 2026 in Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung ausbauen.
Klimabildung soll motivieren, nicht bevormunden.
Die OBG setzt auf Information, Beteiligung und praktische Beispiele – damit Klimaschutz verständlich, nachvollziehbar und alltagstauglich wird.
ULO und Volt unterstützen Klimabildung in Schulen, Vereinen und öffentlichen Einrichtungen. Wir befürworten praxisnahe Formate, z. B. lokale Energieprojekte, Umweltbildung in Schulen, Workshops zu Wasser, Abfall, Mobilität oder erneuerbaren Energien, Kooperationen mit der Stadtbücherei, Bildungsträgern und Stadtwerke-Initiativen.
Entscheidend ist die Beteiligung, damit Maßnahmen Akzeptanz finden und dauerhaft wirken.
Wir sehen hier keine städtische Aufgabe.
Klimabildung ist bereits in den Lehrplänen aller Schulformen verankert. Die meisten Menschen sind durch Medienkampagnen der Fossilindustrie in den vergangenen Jahrzehnten in die Irre geführt worden. Auch Medienkampagnen, die Klimawandelleugnung vorantreiben, waren leider teilweise erfolgreich und beeinflussten die Entscheidungen in der Stadtverordnetenversammlung und den Ausschüssen. Die Klimaliste Oberursel möchte die Bevölkerung motivieren Geld zu sparen, Spaß am menschengerechten Gestalten der Stadt Oberursel zu haben und sich aktiv einzubringen. Appelle und Mahnungen oder Vorträge zu Klimathemen haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten nicht die erhoffte breite Wirkung gehabt.
In unseren Anträgen verweisen wir darauf, welchen Einfluss die jeweiligen Projekte auf das Klima haben. Wir versuchen zu verdeutlichen, dass Klimaanpassung ohne eine Strategie für den Klimaschutz keine nachhaltige Maßnahme ist.