Zukünftige Mobilität
Die Mobilität der Zukunft spaltet die politische Landschaft in Oberursel: Grüne, SPD, ULO/Volt, Die Linke und die Klimaliste fordern eine klare Priorisierung des Rad- und Fußverkehrs sowie den Erhalt resp. den Ausbau des ÖPNV um den innerstädtischen Autoverkehr zu reduzieren. Grüne, SPD, ULO/Volt und die Klimaliste möchten zudem eine bessere Verzahnung der unterschiedlichen ÖPNV-Angebote und zusätzlich die Schaffung von On-Demand-Angeboten. Dagegen pocht die CDU auf die „freie Wahl des Verkehrsmittels“ und lehnt eine „Verbots- und Verhinderungspolitik“ gegen das Auto ab. Auch die OBG spricht sich gegen „Verbote“ aus und will ein effizientes Nebeneinander von Bus, Bahn, Rad, Auto und Carsharing.
Als einzige Partei benennt die Klimaliste Maßnahmen zur Erleichterung der E-Mobilität.
Die AfD sieht die Lösung hingegen weniger in der Infrastruktur als vielmehr in einem entspannteren Wohnungsmarkt, um Pendelwege durch wohnortnahes Arbeiten zu verkürzen.
Streit um das Busangebot
Ein zentraler Konfliktpunkt ist die aktuelle Sparpolitik beim ÖPNV. Die Linke und die Grünen kritisieren die beschlossenen Kürzungen im Busverkehr scharf und fordern deren Rücknahme sowie eine bessere Taktung. Die Linke verlangt zudem, den Stadtbus wieder direkt städtischen Entscheidungsträgern zu unterstellen.
Rad- und Fußverkehr im Fokus
Es besteht weitgehende Einigkeit (außer mit der AfD) beim Ausbau und Schließen von Lücken des Radwegenetzes – auch zu Nachbargemeinden. Ebenfalls nennen fast alle die Gestaltung des Fußverkehrs als wichtigen Punkt. Die SPD legt eine ausführliche Liste von Maßnahmen zur Förderung des Fußverkehrs sowie zur Entwicklung der Radinfrastruktur vor. Die Klimaliste fordert in diesem Zusammenhang nochmals den sofortigen Stopp von Straßenbauprojekten wie dem Durchstich der Nassauer Straße, um die Mittel in klimafreundliche Mobilität umzuleiten.
Welche Vorstellung hat Ihre Partei in Bezug auf die Mobilität der Zukunft, in denen unterschiedliche Mobilitätsformen gefördert werden, um den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren zugunsten klimafreundlicher Mobilitätsvarianten?
Grundsätzlich sollte jede Bürgerin und jeder Bürger die freie Wahl haben, mit welchem Verkehrsmittel sie oder er sein Ziel erreichen will. Dennoch ist es richtig, dass der motorisierte individualverkehr unter den Verkehrsarten die höchste Umweltbelastung verursacht. Wir sehen unsere Aufgabe darin, durch ausgewogene Entscheidungen beiden Aspekten gerecht zu werden. Wir unterstützen die Schaffung neuer und durchgehender Fahrradverbindungen, die Verbesserung des Fahrradwegenetzes ebenso wie das Fußwegekonzept der Stadt Oberursel. Dennoch wird es auch in Zukunft ein großes Bedürfnis für den Individualverkehr geben, dass nicht durch eine Verbots- und Verhinderungspolitik unterdrückt werden sollte.
Wir wollen Bus-, U- und S-Bahn besser verzahnen, die von CDU, SPD und OBG beschlossenen Kürzungen im Busverkehr zurücknehmen und alle Stadtteile – auch abends – zuverlässig anbinden. Ergänzend setzen wir auf Radverkehr, gute Fußwege, On-Demand-Angebote und sichere Schulwege. Radweglücken wollen wir innerhalb der Stadt und zu angrenzenden Gemeinden schließen sowie den Schnellradweg umsetzen. Die Regionaltangente West muss weiter voranbringen.
Klimafreundliche Mobilität entsteht durch Verbesserungen – nicht durch Verbote.
Wir wollen Oberursel so entwickeln, dass Bus, Bahn, Rad, Auto und Carsharing gleichberechtigt, sicher und effizient nebeneinander funktionieren.
ULO und Volt setzen auf eine kontinuierliche Stärkung von Bus, Bahn, On-Demand-ÖPNV, Radverkehr und fußläufiger Mobilität.
Unser Ziel ist nicht die Einschränkung von individueller Mobilität, sondern eine attraktive Alternative, die Fahrten reduziert, Aufenthaltsqualität fördert und den CO₂-Ausstoß mindert. Die einzelnen Verkehrsmittel sollen gemeinsam gedacht werden und nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Wir unterstützen außerdem Mobilitätsstationen, Car-Sharing, On-Demand-Mobilität zu den Randzeiten, sichere Radwege, digitale Parkleitsysteme. Wir wollen erneut „best practices“ von (Nachbar-)Kommunen nutzen.
Aus unserer Sicht muß sich die Politik an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientieren. Dazu gehört auch ein entspannterer Wohnungsmarkt, der es einfacher macht, wohnortnahe Wohnungen zu finden und so Zeit und Umweltbelastungen zu reduzieren.
Wir wehren uns weiterhin gegen die Reduzierung des Busangebotes in Oberursel. Der Stadtbus soll wieder den Oberurseler Entscheidungsträgern unterstellt werden und muss ausgebaut werden. Wichtig ist uns die Kombination von Fußverkehr, Radverkehr und ÖPNV. Das bedeutet u.a. barrierefreie Wege und Zugänge zu den Haltestellen, zuverlässige Taktung des ÖPNV, sichere Fahrradwege und -Abstellmöglichkeiten und vor allem eine hohe Aufenthaltsqualität, nicht nur auf einzelnen Plätzen, sondern auch auf den Wegen dort hin.
Wie oben bereits ausgeführt, sollte dem Ausbau von Fahrradwegen und der Erweiterung des ÖPNV (gut mit U3 und S5 verzahntes erweitertes Busangebot) absolute Priorität eingeräumt werden. Flexible Anrufsammeltaxikonzepte für die Stadtteile sollen geprüft und getestet werden.
Die Planungen zum Durchstich Nassauerstraße sollen sofort eingestellt werden. Planungskosten für den Durchstich Nassauerstraße sollten sofort gestrichen werden.
Die so freigewordenen Mittel sollten für den Ausbau der Radwege und die Aufstockung der Busfrequenzen genutzt werden.
E-Mobilität sollte erleichtert werden, indem zahlreiche Anbieter von Ladeinfrastruktur eingeladen werden, bei einer öffentlichen Info-Veranstaltung ihre Konzepte für flächendeckende Versorgung der Stadt Oberursel mit allen Stadtteilen, vorzustellen.
Das Aufladen privater Fahrzeuge und die Sondernutzung des Gehwegs für eine barrierefreie Kabelführung sollten erleichtert werden (Ergänzung der Satzung Sondernutzung öffentlicher Raum)
Die Stadt Oberursel muss sich ganz eindeutig gegen den Ausbau der Autobahn A5 auf 8-10 Spuren positionieren.