Kommunalwahl 2026

Klimaangepasste Stadtplanung

Wie wappnet sich Oberursel gegen Hitze und Starkregen? Während Konzepte wie das der „Schwammstadt“ und mehr grün-blaue Infrastruktur bei fast allen Parteien (außer der AfD) auf Zustimmung stoßen, entbrennt beim Thema Mobilität ein Richtungsstreit. Besonders die geplante Verlängerung der Nassauer Straße spaltet das Feld: Grüne, Die Linke und Klimaliste fordern einen sofortigen Stopp, die SPD spricht sich gegen den Ausbau aus, während CDU und OBG für den Durchstich der Nassauer Straße zur Weingärtenumgehung plädieren.

Auch beim Thema Parkraum im öffentlichen Raum sind deutliche Unterschiede in der Priorisierung erkennbar. Grüne, SPD, ULO/Volt, Die Linke und Klimaliste wollen den motorisierten Individualverkehr in der Innenstadt zugunsten des ÖPNV, Fußgänger- und Radverkehrs sukzessive reduzieren. CDU, OBG und AfD „warnen“ vor einer Verdrängung des Autos und betonen die Wahlfreiheit der Bürger bezüglich des Verkehrsmittels. Die Steuerung des motorisierten Individualverkehrs wird als Verbots- und Verhinderungspolitik gesehen.

Kurzanalyse

Regenwassermanagement und „Schwammstadt“
Fast alle Parteien unterstützen das Ziel, Oberursel widerstandsfähiger gegen Starkregen und Hitze zu machen. CDU und SPD verweisen auf die neue Zisternensatzung als wichtigen Meilenstein bzw. weitere bereits erfolgte Maßnahmen. Die Grünen, Die Linke, ULO/Volt und Klimaliste sind offen dafür, weitere rechtliche Grundlagen zu schaffen und fordern Entsiegelungen und eine Entwicklung zur „Schwammstadt“. Einigkeit besteht in der Förderung von Dach- und Fassadenbegrünung. Die AfD hingegen lehnt zusätzliche Beschränkungen bei der Entwässerung für Bestandsbauten als unverhältnismäßig ab.

Grün-blaue Infrastruktur im Bestand
Bei der Gestaltung einer hitzeresistenten Stadt setzen fast alle Parteien auf mehr Grün in der Innenstadt und betonen die Wichtigkeit von Fassadenbegrünung, Baumpflanzungen, Baumrigolen, verbessertem Regenwassermanagement, Entsiegelung, Dachbegrünung, „Pocket Parks“ etc. Die Unterschiede in der Priorisierung werden deutlich, wenn man die Antworten gemeinsam mit den Antworten zu Parkraummanagement und Verlängerung Nassauer Straße betrachtet. An vielen Stellen in der Stadt ist nur eines möglich: Parkplatz oder „pocket park“, Erhalt von Bäumen oder Durchgangsstraße.

Die Antworten enthalten viele Ideen und Vorschläge, an denen sich die Stadtverordneten zukünftig messen lassen müssen.

Die AfD sieht in Grün-blauer Infrastruktur keinen Eigenwert und bezweifelt signifikante Auswirkungen auf das städtische Klima.

Parkraum und Öffentlicher Raum
Die Positionen zur Parkplatzreduzierung offenbaren deutliche Unterschiede. Grüne, ULO/Volt, Die Linke und Klimaliste wollen den öffentlichen Raum von parkenden Autos entlasten. Die SPD schlägt vor, den Parksuchverkehr durch ein Parkleitsystem zu reduzieren. Demgegenüber sehen CDU und OBG den Wegfall von Parkplätzen skeptisch und knüpfen ihn an die Bedingung, dass zuvor vollwertiger Ersatz in Parkhäusern geschaffen wird. Die AfD lehnt eine „einseitige Politik gegen die PKW-Nutzung“ ab.

Das Symbolprojekt: Verlängerung Nassauer Straße
Dieser Punkt markiert die schärfste Trennlinie. CDU und OBG befürworten den Ausbau. Die Grünen, Klimaliste, ULO/Volt und Die Linke fordern den sofortigen Stopp des Projekts. Auch die SPD spricht sich mittlerweile gegen das Projekt aus.
Wer sich für die detaillierte Analyse der LOK zu diesem Vorhaben interessiert, findet unsere Stellungnahme hier.

Fragen und Antworten

Rechtliche Grundlagen für wassersensible Stadtentwicklung

Schaffung der rechtlichen Grundlagen zur Begrenzung der Einleitung von Regenwasser in die Kanalisation durch Versickerung von Regenwasser, Entsiegelung und Abkoppelung versiegelter Flächen von der Kanalisation, sowie Anwendung dieser Grundlagen im Stadtgebiet von Oberursel. Dies dient dem Hochwasserschutz, der Entlastung der Kanalisation, der Entlastung der Kläranlage, der Verminderung des Abschlags ungereinigten Mischabwassers in die Gewässer und dient der Grundwasserneubildung.

Wie positioniert sich Ihre Partei dazu?

Mit der Neufassung der Satzung über den Bau und Betrieb von Niederschlagswassersammelanlagen – Zisternensatzung -im Jahr 2025 hat die Stadtverordnetenversammlung bereits einen wichtigen Schritt beschlossen, um die genannten Ziele zu erreichen. Wir haben hieran aktiv mitgearbeitet und werden dies auch weiterhin tun, um die rechtlichen Grundlagen dahingehend weiterzuentwickeln.
Wir unterstützen, dass Bebauungspläne so gestaltet werden, dass möglichst wenig Oberflächenwasser in die Kanalisation eingeleitet wird. Neben der neuen Zisternensatzung kann dies z.B. durch Dachbegrünung erfolgen.

Wir wollen Oberursel zur Schwammstadt entwickeln: Entsiegelung, Regenwasserrückhaltung und natürliche Versickerung sollen ausgebaut werden. Starkregenschutz und Grundwasserneubildung müssen gemeinsam gedacht werden.

Hochwasser- und aktives Wassermanagement sind zentrale Anliegen der SPD Oberursel. Wir knüpfen an bereits umgesetzte und laufende Maßnahmen der Stadt an, etwa Rückhalteflächen, Renaturierungen und das kommunale Klimaanpassungskonzept. Die Vertreter der SPD im Aufsichtsrat der Stadtwerke Oberursel setzen sich im Rahmen des Mandates weiterhin dafür ein, die Aktivitäten der Stadtwerke Oberusel eng in die wassersensible Stadtentwicklung mit einzubeziehen. Für weitere rechtliche Grundlagen sehen wir derzeit keine Notwendigkeit.

Wir unterstützen die Ziele, aber mit Augenmaß. Es braucht Lösungen, die ökologisch sinnvoll sind und gleichzeitig für Bürgerinnen, Bürger und Gewerbe umsetzbar bleiben.

ULO und Volt unterstützen die Schaffung rechtlicher und planerischer Instrumente zur Versickerung, Regenwassernutzung und Flächenentsiegelung.
Bei Neubau- und Umbauprojekten sollen wasser- und hitzesensible Konzepte frühzeitig geprüft werden.
Regulierungen müssen praktikabel und kostensensibel sein, damit sie umgesetzt werden können. Wir setzen auf Förderung, Beratung und Kooperation.
Wir wollen erneut „best practices“ von (Nachbar-)Kommunen nutzen.

Eine grundsätzliche Begrenzung der Einleitung von Regenwasser in die Kanalisation lehnen wir ab. Beschlüsse zur Reduzierung der Regenwassereinleitung wurden bereits gefaßt. Weitere Beschlüsse über die bestehenden Vorgaben hinausgehend oder z.B. für Bestandsbauten hielten wir für nicht verhältnismäßig.

Die angesprochenen Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser und Starkregenfolgen werden von uns unterstützt. Wir fordern Entsiegelung und wir fordern die Schaffung von mehr Retentionsflächen. Wir sind für die konsequente Umsetzung der Zisterenensatzung mit dem Ziel, dass Niederschläge grundsätzlich auf dem jeweiligen Grundstück versickern.

Klimaangepasste Stadtplanung ist überlebensnotwendig. Regenwassernutzung sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Alle hier aufgelisteten Maßnahmen sieht die Klimaliste Oberursel als sinnvoll und dringend notwendig an. Die Klimaliste Oberursel wird sich dafür einsetzen, dass alle bereits in dieser Legislatur angefangenen Maßnahmen, wie der Wasserrückhalt im Wald, fortgeführt werden. In Oberursel müssen jedoch viel größere Anstrengungen unternommen werden, bereits versiegelte Flächen für die Bevölkerung zu entsiegeln. Deswegen setzt sich die Klimaliste Oberursel für die rasche Umwandlung des Berlebachplatzes in die „Oase am Urselbach“ ein (Regenrückhalt, Abkühlung der Fläche im Sommer, Begegnungs- und Veranstaltungsraum für alle Generationen, Vernetzung von Plätzen). Dies kann ein wegweisendes Pilotprojekt für Grün-Blaue-Infrastruktur in Oberursel sein.
Um Oberursel wirksam auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten, setzt die KLIMALISTE Oberursel konsequent auf das Prinzip der Schwammstadt. Hitzeperioden und Starkregenereignisse nehmen zu – unsere Stadt muss widerstandsfähiger werden.
Wir fordern eine Stadtentwicklung, die Regenwasser nicht beschleunigt ableitet, sondern vor Ort speichert, versickern lässt und nutzbar macht. Zentrale Bausteine dafür sind:

– die systematische Entsiegelung unnötig befestigter Flächen,
– die Schaffung, Vernetzung und Aufwertung grüner innerstädtischer Räume,
– der verstärkte Einsatz wasserdurchlässiger Beläge,
– mehr Bäume, Grünzüge und kühle Aufenthalts- und Begegnungsorte,
– sowie die verbindliche Integration von Dach- und Fassadenbegrünung bei Neubauten und umfassenden Sanierungen.

Als ersten Schritt wollen wir das Pilotprojekt „Oase am Urselbach“ zügig umsetzen. Dafür sind schnellstmöglich geeignete Fördermittel zu beantragen und das Projekt kreativ, naturnah und ressourcenschonend weiterzuentwickeln. Der Klimabeirat und der Jugendrat sollen dabei aktiv und eng in Planung und Umsetzung eingebunden werden. Aufbauend auf diesem Projekt sollen weitere Entsiegelungsmaßnahmen in der Innenstadt und in allen Stadtteilen folgen.

Diese Maßnahmen verbessern das Stadtklima, mindern die Folgen von Starkregen, fördern die Biodiversität und erhöhen zugleich die Lebensqualität für alle Menschen in Oberursel.

Oberursel nutzt und erschließt aktiv Möglichkeiten zur Schaffung von grün-blauer Infrastruktur zur Verbesserung des Stadtklimas und Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel.

Welche konkreten Ideen hat Ihre Partei zu diesem Punkt?

Grün-blaue Infrastruktur kombiniert natürliche Grünflächen (Parks, Bäume, Begrünungen) mit blauen Elementen (Gewässer, Regenwassermanagement) zu vernetzten Systemen in Städten. Sie schafft resiliente Räume gegen Klimawandel, indem sie Hitze abbaut, Wasser speichert und Biodiversität fördert. Die CDU unterstützt diese Ziele. Konkret könnten im Stadtgebiet mehr Baumrigolen geschaffen werden, die Wasser speichern und den Bäumen zuführen. Grundsätzlich sollten mehr Bäume im öffentlichen Raum, vor allem an Straßen, gepflanzt werden.

Öffentliche Flächen sollen stärker begrünt und mit heimischen Pflanzen gestaltet werden. Dach- und Fassadenbegrünung sowie Baumpflanzungen wollen wir auch im privaten Bereich gezielt fördern.

Die SPD Oberursel teilt die Ziele der LOK für konsequenten Klimaschutz. Sie baut auf den bestehenden Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepten der Stadt auf und unterstützt Maßnahmen wie Hochwasservorsorge im Zusammenhang mit der Innenstadtentwicklung. Darüber hinaus hat die SPD Oberursel und die SPD Fraktion sich aktiv und zielgerichtet für die Verbesserung des Stadtentwicklungsplan (STEP) der Stadt Oberursel eingesetzt. Der sogenannte „STEP“ ist ein strategisches Planungsinstrument und definiert Leitlinien für die Stadtentwicklung in den kommenden Jahrzehnten. Dabei werden zentrale kommunale Aufgaben wie die bauliche Entwicklung sowie der klimagerechte Stadtumbau integriert betrachtet und entsprechende Zielsetzungen formuliert. Der STEP wird vorraussichtlich noch in dieser Legislaturperiode von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Die SPD Oberursel wird sich anschliesend dafür einsetzen, die dort definierten Maßnahmen im Rahmen der konkreten Projekte u.a. für den Umbau des Berlebachplatzes und konkreter Klimaanpassungsmaßnahmen umzusetzen. Für Details bitten wir Sie, sich das Wahlprogram der SPD Oberursel anzusehen; dies finden Sie auf der Webseite der SPD Oberursel.

Die OBG unterstützt Maßnahmen, die das Stadtklima verbessern und Oberursel widerstandsfähiger gegen Hitze, Trockenheit und Starkregen machen. Dabei setzen wir auf grün-blaue Infrastruktur, die ökologisch sinnvoll und finanziell tragbar ist.

Unsere konkreten Ideen:

1. Mehr Entsiegelung an geeigneten Stellen
– Parkflächen, Schulhöfe und Wege, wo es technisch möglich ist
– Kombination mit Schatten- und Aufenthaltsbereichen

2. Ausbau von Bäumen und Schattenstrukturen
– gezielte Begrünung von Hitze-Hotspots
– Nachpflanzungen im gesamten Stadtgebiet
– klimaresiliente Baumarten einsetzen

3. Regenwassermanagement verbessern
– Zisternen und Versickerungsflächen bei Neubauten
– Nutzung von Regenwasser in städtischen Anlagen (z. B. Grünpflege)
– Reduzierung von Ableitung in die Kanalisation

4. Förderung naturnaher Grünflächen
– Blühwiesen und extensivere Pflege statt intensiver Rasenflächen
– Förderung der Biodiversität, besonders in Parks und Auen

5. Nutzung bestehender Flächen für Fassaden- und Dachbegrünung
– auf städtischen Gebäuden, wenn technisch machbar
– Beratung für private Eigentümer und Gewerbe

6. Stärkung der Auen und Gewässerräume
– Renaturierung, wo möglich
– Schutz der Kaltluftschneisen im Stadtgebiet
Grün-blaue Infrastruktur muss sichtbar helfen, darf die Stadt aber finanziell nicht überfordern.
Wir setzen daher auf Maßnahmen, die einen messbaren Nutzen für Stadtklima und Lebensqualität bringen – ohne ideologische Überregulierung.

ULO und Volt unterstützen die Entwicklung quartiersbezogener Grünräume, Pocket Parks, Beschattungsmaßnahmen, Entsiegelungsprojekte, Baumalleen, Dach- und Fassadenbegrünung sowie klimarobuste Stadtgestaltung.
Wir sehen Potenzial in Förderprogrammen, Bürgerprojekten, Baumpatenschaften sowie der Regenwassernutzung in Wohnquartieren.
Planung soll ökologisch sinnvoll, sozial nutzbar und wirtschaftlich machbar sein. Wir wollen erneut „best practices“ von (Nachbar-)Kommunen nutzen.

Blau-grüne Infrastruktur ist für uns kein Wert an sich und wir sehen durch sie auch keine signifikanten Auswirkungen auf das städtische Klima. Soweit es um Überschwemmungsschutz geht, muß genau geprüft werden, ob ein die Kosten rechtfertigender Nutzen entsteht. Gleichermaßen muss bei Neubaumaßnahmen geprüft werden, ob eine für das Stadtklima schädliche Verdichtung erfolgt.

Wir fordern mehr öffentliches Grün, mehr Bäume in der Stadt, den Erhalt der Kastanienallee in der Nassauer Straße, die Schaffung einer „Oase am Urselbach“ auf dem Berlebachgelände und soweit möglich eine Freilegung des Urselbachs.

Siehe unsere Antwort zur vorherigen Frage.

Für das Pilotprojekt „Oase am Urselbach“ schnellstmöglich Fördermittel beantragen und Maßnahme fantasievoll und ressourcensparend umgestalten. Der Klimabeirat und der Jugendrat sind aktiv und intensiv bei der Planung einzubeziehen. Weitere Entsiegelungen in der Innenstadt und den Stadtteilen sollten dann folgen.

Reduzierung des öffentlichen und privaten KfZ-Parkraums im Stadtgebiet durch praktische Maßnahmen und eine Reform der städtischen Stellplatzsatzung sowie eine Parkraumbewirtschaftung mit dem Ziel, den Parksuchverkehr sinnvoll zu lenken und den Menschen den öffentlichen Raum zurückzugeben.

Wie steht Ihre Partei dazu und wie könnten Maßnahmen für die Akzeptanz solcher Veränderungen aussehen?

Die Reduzierung des öffentlichen Parkraums in der Innenstadt wird von uns nur dann unterstützt, wenn Alternativen durch neue Parkdecks oder Parkhäuser angeboten werden können. Einfach nur Parkraum zu eliminieren wird insbesondere den Bedürfnissen der älter werden Bevölkerung nicht gerecht. Auch ist es für den verbliebenen Einzelhandel wichtig, dass die Innenstadt gut erreichbar ist und über nahe gelegenen Parkraum verfügt. Das Ziel, Parksuchverkehr zu minimieren, wird von uns unterstützt, insbesondere durch die Schaffung eines Parkleitsystems zu den Parkhäusern.

Wir setzen auf eine integrierte Stadt- und Verkehrsplanung mit kurzen Wegen, guter ÖPNV-Anbindung und Verkehrsvermeidung. Neue Quartiere sollen nur entlang leistungsfähiger ÖPNV-Achsen entstehen. Eine Reduzierung des Autoverkehrs erreichen wir durch attraktiven ÖPNV, sichere Rad- und Fußwege sowie Verkehrsberuhigung in Wohnquartieren und im Stadtkern – nicht durch neue Straßen. Zusätzlich wollen wir Bewohnerparken einführen. Dafür wollen wir das oberirdische Parken in nahe liegende Parkhäuser und Parkdecks verlegen und so den öffentlichen raum entlasten. Im Rahmen der Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Einschränkung von Parken im öffentlichen Raum, könnte eine neune Stellplatzsatzung geprüft werden.

Die SPD Oberursel verfolgt gemeinsam mit der LOK das Ziel einer klimafreundlichen Mobilität. Aufbauend auf bestehenden städtischen Konzepten setzt sie auf einen starken ÖPNV, sichere Rad- und Fußwege sowie Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Die SPD setzt sich für die folgenden Punkte ein:

Parkplätze finden – ohne Suchverkehr: Wer mit dem Auto kommt, soll schnell einen Parkplatz finden. Wir wollen ein Parkleitsystem für die ganze Stadt. Kurzzeitparkplätze bleiben erhalten, aber Parkhäuser sollen besser auf Verkehrsspitzen ausgerichtet und damit besser ausgelastet werden; Preise sollen differenzierter erhoben werden.

Sicher zu Fuß unterwegs: Fußgänger sollen sich sicher fühlen. Das Fußverkehrskonzept wird weiter umgesetzt. Besonders in der Innenstadt soll es sicherer und schöner werden.

Bessere Radwege: Immer mehr Menschen fahren Rad. Deshalb brauchen wir ein gutes Radwegenetz – auch nach Frankfurt und in die Nachbarstädte. Es sollen mehr Fahrradparkplätze gebaut werden, nach klaren Regeln.

Die OBG lehnt eine pauschale Reduzierung des öffentlichen oder privaten Kfz-Parkraums ab. Oberursel hat bereits heute in vielen Bereichen einen deutlichen Parkdruck. Eine weitere Verknappung würde nicht zu mehr Lebensqualität führen, sondern zu zusätzlichem Ausweichverkehr, Konflikten und Belastung der Anwohner.

Die OBG setzt auf eine Parkraumpolitik mit Augenmaß:
Entlastung dort, wo nötig – aber keine pauschale Reduktion, die Bürgerinnen, Bürger und Gewerbe benachteiligt.

ULO und Volt unterstützen eine maßvolle Reduzierung von Parkraum dort, wo dies städtebaulich sinnvoll ist und Alternativen zur Verfügung stehen (Parkgarage im Bahnhofsareal).
Die Akzeptanz steigt durch leistungsfähigen ÖPNV statt Abbau, gute Radwege, aber auch Car-Sharing, sichere Fußwege, quartiersbezogene Mobilitätskonzepte und Parkraumlenkung.
Wir möchten eine autoarme Innenstadt und dazu den Parkplatzsuchverkehr durch ein intelligentes Parkleitsystem in die Parkhäuser beenden. Jedes Jahr möchten wir 10% der oberirdischen Parkplätze zu Pocket Parks umwandeln. Somit sollen langfristig nur noch Parkplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen oberirdisch existieren.
Wir wollen erneut „best practices“ von (Nachbar-)Kommunen nutzen.

Die Lebensrealität vieler Mitbürger, Gewerbetreibender und Arbeitnehmer in Oberursel macht die Nutzung von PKWs notwendig. Deshalb sehen wir die Reduzierung von Parkflächen sowohl in Wohngebieten als auch insbesondere in der Innenstadt kritisch. Diese Lebensrealität und natürlich auch die Bedürfnisse anderer Mobilitätsformen muß die städtische Politik beachten und einen sinnvollen Interessenausgleich finden.
Eine in der Frage angedeutete einseitige Politik gegen die PKW-Nutzung lehnen wir ab.

Unsere Forderungen beziehen sich auf den Öffentlichen Parkraum. Wir wollen den Fußgängern die Gehwege zurückgeben. Parkraumsuchverkehr in der Altstadt (Beispiel Ackergasse, Weidengasse) wollen wir unterbinden. Die Garage Am Hollerberg wollen wir in eine Quartiersgarage mit vermieteten Plätzen umwandeln. Autos sollen in den Parkhäusern gebündelt werden. Barrierefreie Wege und ein gut getakteter ÖPNV soll die Abhängigkeit vom Auto reduzieren.

Die Klimaliste Oberursel dokumentiert seit Jahren die Anstrengungen, die große, mittlere und kleinere Städte in den vergangenen Jahren unternommen haben, um ihre Innenstädte und Ortsteilkerne vom KFZ-Verkehr zu befreien. Große Erfolge haben Paris, Osnabrück, Marburg, Freiburg uva erzielt. Die Aufenthaltsqualität der Einkaufsmeilen nimmt exponentiell zu, so dass auch die Einnahmen der Gewerbetreibenden zunehmen. Die Klimaliste Oberursel wird sich aktiv mit vielen Ideen dafür einsetzen, dass der öffentliche Raum Begegnungsraum für Fussgänger, Radfahrer, jung und alt wird und nicht nur Parkraum oder Durchfahrtraum ist.

Die Planung zur „Verlängerung Nassauer Str.“ sollen gestoppt werden, da sie dem beschlossenen Verkehrlichen Leitbild der Stadt Oberursel widerspricht. Dieses legt eine Nicht-Steigerung des MIV-Aufkommens und die Stärkung des Fuß- und Radverkehrs als Leitziele fest.

CO2-Emissionen würden steigen und wichtige Grünflächen zerstört werden.

Wie positioniert sich Ihre Partei dazu?

Hier vertritt die CDU einen anderen Standpunkt. Insbesondere sehen wir keinen Widerspruch zum verkehrlichen Leitbild der Stadt. Die Realisierung des Lückenschlusses zum Ansschluss der Nassauer Straße an die Weingärten-Umgehung bringt deutlich mehr Vorteile als Nachteile:
– Durch das Projekt werden zahlreiche Straßen in der Innenstadt merklich entlastet: Oberhöchstadter Straße – 50%, Frankfurter Landstraße – 30%, Homburger Landstraße – 15%, Marktplatz – 10%, Füllerstraße – 5%
– Der Verkehr wird aus Wohngebieten in Gewerbegebiet verlagert.
– Durch den Lückenschluss entfallen Umwege von 1,5 – 1,7 km um von der Frankfurter Landstraße in die Innenstadt zu kommen. Dies führt zu einer Reduktion von mehr als 1.000 Tonnen CO2 Abgas pro Jahr
– Die heutigen Verkehrsstaus auf der Nassauer Straße werden deutlich reduziert, da der Verkehr gleichmäßiger fließen kann und nicht mehr durch die häufige Schließung der Bahnschranke unterbrochen und behindert wird.
– Die Kreuzung Nassauer Straße/Adenaueralle erhält eine Ampelsteuerung und zwei neue Fußgängerüberwege. Das erhöht die Sicherheit!
– Die Rettungszeiten für die Bevölkerung in der Innenstadt werden deutlich verkürzt, um von der neuen Rettungswache im Hammergarten aus die Innenstadt zu erreichen.
Wir werden dafür eintreten, dass alle Bäume, die für das Projekt gefällt werden müsssen, im Umfeld neu gepfanzt werden und dass die Fuß- und Fahrradwegverbindungen optimal mitgeplant werden.

Die geplante Verlängerung der Nassauer Straße lehnen wir klar ab. Sie würde mehr Verkehr, Lärm und den Verlust einer wertvollen Allee bedeuten, ohne die Innenstadt zu entlasten. Als Ortsverband haben wir am 01.04.2025 folgende Parteiresolution https://gruene-oberursel.de/gruen-in-oberursel/nassauer-strasse/resolution-ortsmitgliederversammlung beschlossen.

Die SPD Oberursel teilt die Ziele der LOK für konsequenten Klimaschutz. Sie baut auf den bestehenden Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepten der Stadt auf. Die Umsetzung des Neubauprojektes „Durchstich der Nassauer Straße“ lehnen wir zum Erhalt eines innerstädtischen Ruheraumes mit ihren Kastanien, des zu geringen zu erwartenden Nutzens sowie den damit verbunden Kosten ab.

Die OBG hält an der Anbindung der Nassauer Straße fest, weil sie ein zentrales verkehrliches Entlastungsprojekt für Oberursel ist. Die Maßnahme dient seit Jahrzehnten dem Ziel, innerörtliche Straßen – insbesondere die Hohemarkstraße, Oberhöchstadter Str. und angrenzende Wohngebiete – vom Durchgangsverkehr zu befreien. Eine Verbesserung des Verkehrsflusses führt in der Regel nicht zu steigenden Emissionen, sondern zu deren Reduktion, da Staus, Schleichverkehr und Stop-and-Go maßgebliche CO₂-Treiber sind.

Aus unserer Sicht widerspricht die Anbindung nicht dem Verkehrlichen Leitbild.
Im Gegenteil: Sie ermöglicht es, Verkehr aus sensiblen Bereichen herauszunehmen, wodurch Fuß- und Radverkehr innerorts sicherer und attraktiver wird. Auch Lärmbelastungen im Bestand können reduziert werden.

Wichtige Grünflächen sollen geschont werden – das unterstützen wir. Die OBG erwartet daher eine Planung, die
den Eingriff auf das notwendige Minimum begrenzt,
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vorsieht,
und die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner angemessen berücksichtigt.

Die Zielsetzungen des Verkehrlichen Leitbildes ignorieren die Lebenswirklichkeit der Bürger und sind deshalb für das faktische Leben irrelevant. Ob der Anschluß der Nassauer Straße an die Weingärtenumgehung zu einer Steigerung der CO2-Emissionen führt, scheint uns nicht sicher. Reduzierte Fahrzeiten lassen das Gegenteil vermuten.
Grundsätzlich kann die Anbindung über alle Anlieger betrachtet zur Entlastung von Wohngebieten führen, da die entlastete Strecke deutlich länger als die belastete ist. Ob dieser Effekt mit der derzeit verfolgten Planung zu erreichen ist, scheint uns allerdings nicht sicher.

Die Klimaliste Oberursel steht fachlich und personell von Anfang an fest entschlossen gegen diese anachronistischen Straßenbaupläne, die gravierende negative Auswirkungen auf große Bereiche der Lebensqualität in Oberursel haben würden. Lebensqualität ist mehr als das Fahren mit dem Kfz.

ULO und Volt lehnen die Planung zur Verlängerung der Nassauer Straße ab.
Der Durchstich würde zusätzliche CO₂-Emissionen erzeugen, Grünflächen beeinträchtigen, Verkehrslasten erhöhen und den städtischen Haushalt übergegühr belasten.
Stattdessen fordern wir eine Stärkung des ÖPNV, sichere Radwege, fußläufige Verbindungen und intelligente Verkehrssteuerung, um Mobilität nachhaltig auszurichten.
Ziel ist eine verkehrsberuhigte, lebenswerte Innenstadt mit stärkerer Aufenthaltsqualität, statt mehr Durchgangsverkehr.
Wir möchten das gesamte Bahnhofsareal inkl. des ehem. Raab Karcher-Geländes entwickeln. Der Durchstich würde dies zunichte machen. Ebenso lehnen wir jegliche weiteren finanziellen Belastungen für Planungen des Durchstiches ab.

Wir sind gegen den geplanten Durchstich und für den Erhalt der Kastanienallee. Alles, was dazu beiträgt, den Durchgangsverkehr zu beschleunigen, sollte unterbleiben, da dies zusätzlichen Verkehr anzieht.